15 März 2025
Meine erste Robe à la Francaise
15 Januar 2025
Eine Schnürbrust für das 18. Jahrhundert
15 Dezember 2024
Eine schlichte Leinen-Chemise für das 18. Jahrhundert
Diese Chemise entstand nach vielen Vorbildern aus dem 18. Jahrhundert und ist aus einem weißen Leinenbatist genäht. Ich habe sie bewußt schlicht gehalten, um sie zu möglichst vielen Gewändern tragen zu können.
15 Oktober 2022
Ländliches Idyll im Rokoko
Im ersten Drittel des 18. Jahrhunderts entdeckte der französiche Adel das Landleben für sich. Seit der Regierungszeit des extravaganten Sonnenkönigs hatte sich Frankreich nicht nur zum politischen sondern auch modischen Zentrum gemausert. Und wenn sich Frankreichs Adel für das Landidyll begeisterte, fand auch der restliche europäische Adel Gefallen daran.
Freilich schwärmte man nicht wirklich für das harte Leben auf dem Land, sondern für eine fantasievolle Idealvorstellung. Man hatte Sehnsucht nach einem romantisierten, verklärten Idyll. Bald schon wussten die Künstler, was die Menschen der damaligen Zeit ansprach und sie kamen dem Wunsche von Gemälden mit entsprechenden Szenen nur zu gerne nach. Mit der Realität hatten diese Darstellungen nichts zu schaffen.
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| 1750, Francois Boucher, National Galery of Art |
Hier erhält die (in Seide gekleidete) Schäferin unter den Augen eines steinernen Löwen einen Liebesbrief von einer Taube überbracht. Der schleifchengeschmückte Blumenkorb liegt nicht weit und über die ruhende Schafherde hinweg kann der Blick in die Ferne schweifen... Das Leben kann so schön sein!
Gerne deuteten die Darstellungen auch Liebesszenen an und geizen nicht
mit erotischen Anspielungen. Männlein und Weiblein in trauter Einsamkeit. Das Dekolleté so tief, dass der Fantasie
nicht mehr viel Spielraum bleibt, die Füße entblößt...
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| 1768, François Boucher, Public domain, via Wikimedia Commons |
Für eine Recherche der tatsächlich getragenen Kleidung im 18. Jahrhundert sind diese Gemälde nicht geeignet. Es sind Fantasiegebilde. Weder wird hier die Kleidung der Adligen oder des gehobenen Bürgertums gezeigt, noch die Kleidung einfacher Bürgerinnen. Weshalb wir diese Abbildungen hier präsentieren? Ganz einfach: Das Interesse des Adels am Landleben und die damit einhergehenden künstlerischen Darstellungen hatten Einfluss auf die Mode. Das Leben mit der Natur - oder was man sich darunter vorstellte - war ein Idealbild. Und wer konnte schon naturverbundener sein, als eine romantische Schäferin?
Während sich in den vergangenen Zeiten die Bürger immer an der Mode des
Adels orientierten, kehrte sich dies im 18. Jahrhundert erstmals ins
Gegenteil. Kleidungsstücke oder Accessoires, die dem gemeinen Bürger
zuzordnen waren, fanden ihren Weg in die Mode der gehobenen Kreise.
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| um 1752, Jean-Honoré Fragonard, Public domain, via Wikimedia Commons |
Rechts neben der schönen Schäferin liegen in Reichweite zwei unerlässliche Gegenstände: Um die Schafe ordentlich hüten zu können, bedarf es natürlich eines Schäferstocks und um gegen die Sonne geschützt zu sein, benötigt die junge Dame einen Hut. Letzterer wird nach der Trägerin "Bergère", also "Schäferin" genannt und ist ein Strohhut mit breiter Krempe und niedriger Krone. Schäferstock und Bergère sind auf solchen Darstellungen häufig zu finden und - kein Wunder - entwickelten sich zu modischen Accessoires:
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| 1764, Thomas Gainsborough, Public domain, via Wikimedia Commons |
Ob Schäferin oder nicht: Eine Bergére wurde im Lauf der Zeit von allen Damen und sonstigen Frauenzimmern getragen.
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| 1779, Museum of Fine Arts, Boston |
Zwar hütete man als Dame keine Schafe, doch der Stock tat auch beim Spazieren und Promenieren seine Dienste. Wer sich traute, trug die Röcke fußfrei - wie frivol! Die langen Spazierstöcke begleiten als Accessoires viele Modeabbildungen dieser Zeit.
Auch die Schößchenjacke, die Oberbekleidung der Bürgerin, hielt als "Caraco" Einzug in die Garderobe der besser Betuchten. Unter Verwendung edlerer Stoffe versteht sich, denn die Landliebe hat ihre Grenzen. Man möchte ja nicht wirklich wie die gewöhnliche Bürgerin herumlaufen.
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| ca. 1760, geändert um 1780, via LACMA |
Ich empfehle den Link zum LACMA anzuklicken. Dort können auch weitere Ansichten dieser bezaubernden Kombination bewundert werden. Und dann... nix wie ran an die Mode des Rokoko!
25 September 2022
Grüne Seidenhandschuhe für die Rokoko-Garderobe
05 September 2022
Caraco und Rock 2. Hälfte des 18. Jahrhundert
Der Rock wurde oben in kleine Falten gelegt und mit einem Taillenband versehen.
25 Februar 2022
Maskenball: Eine "Rokoko-Ballerina"
Erhält man eine Einladung zum Maskenball, so darf man dies durchaus als eine Aufforderung verstehen, der Kreativität freien Lauf zu lassen. Es ist sehr reizvoll, den Bereich der "normalen" Kleidung zu verlassen und in die Welt der Bühnenkostüme einzutauchen. In dem Buch "Ballerina - Frauen im klassischen Ballett" von Mary Clarke und Clement Crisp fand ich einen Stich nach N. Lancret, auf dem die Tänzerin Marie Sallé (1707 - 1756) in einem wunderschönen Kostüm abgebildet ist.
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| Nach Nicolas Lancret, Public domain, via Wikimedia Commons |
Und schon stand für mich fest, daß ich ein Maskenballkleid in dieser Art nähen wollte.
Ich entschied mich dafür, unter dem Kleid meine normale Rokoko-Unterwäsche zu tragen und so mußte ich einige Kompromisse in der Gesamtoptik (Rockform und Ausschnitt) machen.
Das Kleid ist aus lindgrüner Seide gearbeitet und besteht aus einem Rock mit der unteren Saumdekoration, sowie einem Oberteil, an welches die obere Rockdekoration angesetzt ist. Der Verschluß mit kleinen Haken und Ösen versteckt sich unter der Blütendekoration und verläuft diagonal über das Vorderteil.
Der Rock ist üppig mit Volants aus Seide und Rüschen aus cremefarbener Tüllspitze besetzt. Die Säume der Seidenrüschen sind mit Blumen und Blättern besetzt.
Der tiefe Ausschnitt hat einen Einsatz aus cremefarbenem Baumwolltüll erhalten, damit die darunter getragene Schnürbrust verdeckt wird. Der Ausschnitt ist ebenfalls mit schmalen Rüschen aus der lindgrünen Seide sowie einer schmalen Rüsche aus cremefarbenem Seidenorganza besetzt und mit Blüten und Blättern geschmückt.
Größere Schleifen aus einem dunkelgrün-rot changierenden Seidenorganza finden sich immer mal wieder in der Rockdekoration und auf den Ärmelabschlüssen.
Die Blätter zur Ergänzung der Blüten sind aus dem oben genannten Organza gearbeitet und die Blüten werden mit einer kleinen transparenten Perle festgehalten. Als zusätzliches Schmuckelement ist eine zarte hellgrüne Borte, bestehend aus einer Luftmaschenkette mit eingeknüpfeten Fransen, um die Säume der Rüschen von Rock und Ärmeln gelegt.
25 September 2021
Leinenhäubchen aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts
Die Haube ist aus Leinenbatist gearbeitet, das hintere Kopfteil wurde seitlich glatt und oben eingekräuselt angesetzt. Im Nacken befindet sich ein schmaler Tunnel mit Zugschnur, um einen guten Halt auf dem Kopf zu gewährleisten.
Um die vordere Kante herum habe ich den Rest einer alten Tüllspitze genäht. Sie wurde beim Ansetzen in den Rundungen leicht gekräuselt, damit sie schöner fällt.
15 September 2021
Ein kleiner Kopfputz für die Rokoko-Frisur
Dieses Tüllhäubchen, das ich gerne zu meinen Francaise-Kleidern trage, ist als kleine Bastelei zwischendurch entstanden. In meiner Restekiste befanden sich ein breites Stück Tüllstickerei, ein geerbtes Klöppeldeckchen und ein Meter Spitzenband.
10 September 2021
Ein Rokoko-Unterrock aus Leinen
01 September 2021
Robe à la Francaise weiß mit blauem Blumenmuster
Im Rücken besitzt das Kleid Watteaufalten unter denen die Rückenschnürung verborgen ist. Seitlich liegt der Stoff in breiten Falten über dem Unterbau. Der Verschluß befindet sich in der vorderen Mitte.
15 Januar 2021
Mitte 18. Jahrhundert: Robe à la Francaise aus rosafarbener Seide
Für festliche Anlässe benötigt man ein dementsprechendes Gewand, und so wird dieses Kleid von mir bei Bällen getragen. Wie es sich für eine Robe à la francaise gehört, besitzt das Kleid Watteaufalten im Rücken, unter denen eine Rückenschnürung versteckt ist, um das Oberteil in Form zu bringen.





