15 September 2025
Ein wärmendes Mäntelchen für die 1870er
25 Dezember 2023
Empire-Winter: Es wird kalt
15 Dezember 2023
Wenn es kalt wurde im Jahr 1817...
... dann war man froh um wärmende Oberbekleidung. Jahreszeitlich passend werfen wir heute einen Blick auf die Empfehlungen der Zeitschrift "Journal des Dames et des Modes".
Nicht nur Mäntel und Spencer werden gezeigt, sondern auch die passenden Hüte für den Spaziergang in der Kälte. Für die Kopfbedeckungen sind in der kalten Jahreszeit Samt ("velours") und Plüsch ("pluche") die Materialien der Wahl.
Eine "Douilette" ist Hausmantel oder eben ein warmes und bequemes Kleidungsstück. Offenbar zieht diese Dame ihren gemütlichen Mantel so gerne an, dass sie damit auch außer Haus unterwegs ist, was am getragenen Hut zu erkennen ist.
Auffällig ist, dass auf keiner der gezeigten Darstellungen ist ein Tuch zu sehen, und dies,
obwohl sich dieses als praktisch gegen die Kälte erweisen würde.
Offenbar hat das vor wenigen Jahren noch so beliebte Accessoire
ausgedient. Allerdings waren die Kleider und auch die Oberbekleidung
einige Jahre zuvor optisch noch wesentlich schlichter. Zwischenzeitlich
fand man Gefallen daran, Mäntel und Spencer aufwändiger zu dekorieren.
Ein Tuch würde diesen Aufwand verdecken und die Aufmachung
zu unruhig wirken lassen. Immerhin ist die Dame auf der obigen Abbildung mit einem Schawl unterwegs, wenn auch lediglich mit einem Spencer als Oberbekleidung. Dies ist umso erstaunlicher, da der Modekupfer im Dezember 1817 veröffentlicht wurde. Entweder waren die Damen hart im Nehmen oder ziemlich leichtisinnig...
Etwas extravaganter ist die Kopfbedeckung auf diesem Bild. Die Toque weicht sehr von der sonst so beliebten Schutenform ab.
Während auf den anderen Abbildungen durchgängig weiße Handschuhe getragen werden, sind diese auf obiger Darstellung grün. Außerdem trägt diese Dame Gamaschen und schützt so Schuhe und Füße vor Schmutz.
Sehr schön lässt sich anhand dieser Abbildung der langflorige Plüschhut aus Seide erkennen. Ob die Besätze des Mantels und der Schuhe, sowie der Muff ebenfalls aus Plüsch bestehen oder aus Pelz gefertigt wurden, kann der Beschreibung leider nicht entnommen werden. Möglich wäre beides.
05 Januar 2023
1877 - Wintermode in Peterson´s Magazine
Willkommen im Neuen Jahr! Peterson´s Magazine nimmt zu Anfang des Jahres 1877 die Stimmung der aktuellen Jahreszeit mit einem Genrebild auf - idyllische Winterfreuden, wie man sie sich kaum schöner wünschen kann:
Illustrationen von wärmender Oberbekleidung sind nun angesagte Inspriationsquellen. Und aufgepasst: Für jene, die dem rutschigen Vergnügen nicht zugewandt sind, bestimmen auch im Winter Schleppen die modischen Kleider. Ob die Damen damit damals wirklich auf unbefestigten Straßen flaniert sind? Zumindest machen uns dies zeitgenössische Illustrationen - und die zugehörigen Unterschriften, bzw. Beschreibungen - glauben.
Das colorierte Modebild für Februar 1877 zeigt dem Motto "The Winter Prominade" angesagte Pariser Modelle. Was man eben so trägt, wenn man zu Fuß oder mit der Kutsche unterwegs ist:
Die Beschreibung von links nach rechts:
Fig. 1 - Walking-dress of deep linden-flower-green camel´s hair. - The underskirt is of silk and plain. The camel´s hair over-dress and mantle is trimmed with a deep, rich, worsted ball fringe; bow of cardinal-red a the waist of the mantle. Very dark green felt bonnet, trimmed with cardinal-red.
Fig. 2 - Carriage-dress of dark-gray silk, trimmed with alternate ruffles of scantily gahtered silk and knife-pleating; cloak of seal-brown velvet trimmed with bands of seal fur; bonnet of velvet, of the color of the cloak, trimmed with a bird with blue gray plumage and pipings of the color of the dress.
Fig. 3 - Walking-dress of plain black silk. - The Paletot is of gray basket-cloth, made to partially fit the figure; has large pockets, and is trimmed with fur. White felt bonnet, trimmed with a white feather, blue velvet and pink roses.
Fig. 4 - Walking dress of striped camel´s hair of two shades of brown. The petticoat is of silk, of the color of the lighter brown in the over-dress; it is trimmed wutg a broad diagonal puffing; the tunic is very long, both in front and in the back, is slightly looped quite low down and trimmed with a knife-peating of the silk. The very deep, straight jacket is finished with worsted tassel fringe; cuffs and hood of the silk, the latter trimmed with the fringe. Thimble-shaped, light-brown felt bonnet, ornamented with long rows of ribbon and ivy-leaves.
Fig. 5 - Carriage-dress of ink-blue vevet and camal´s hair - The petticoat of velvet has one deep flounce with a puffing above it. The ink-blue camel´s hair overdress and the Marie-Antoinette mantle are trimmed with a band of gray India camel´s hair. Brown felt bonnet, trimmed with cardinal red.
25 November 2022
Moderückblick 1842: Wärmende Mäntel im späten Biedermeier
Heute zeigen uns Abbildungen der "Wiener Zeitschrift für Kunst, Literatur, Theater und Mode" aus dem Jahr 1842 wie man sich nach damaligem Geschmack gegen die Kälte schützte. Für mich zunächst überraschend setzt man auch bei kaltem Wetter auch auf Seide als Oberstoff!? Überwog die Eitelkeit vor der Vernunft? Konnte natürlich auch sein, dass die gezeigten Damen ohnehin einen Kutscher haben, der sie vor der Haustür einsteigen und am gewünschten Ort wieder aussteigen ließ und dann tippelte man nur einige wenige Meter zur Promenade hin und her. Und bevor man wirklich anfing zu frieren, rief man halt den Kutscher wieder... Doch Vorsicht vor voreiligen Schlüssen! Beim nochmaligen darüber Nachdenken musste ich mir klar machen, dass damals Seidenstoffe in mehr Varianten zur Verfügung standen, als wir sie heute für gewöhnlich zum Kaufen finden können. Es gibt durchaus auch feste und schwere Seidengewebe. Gut gefüttert kann also auch ein solcher Mantel vor der Kälte schützen.
Paletot nach neustem Pariser Schnitt, von geschnittenem Sammt. Kleid von deffinirtem Seidenstoff. Sammthut mit einer angeknüpften Feder.
Paletot von gemustertem Seidenstoff, mit Plüsch oder Sammt besetzt. Kleid von moirirtem Vert Anglaise mit zwey Volants. Hut von gezogenem Sammt mit Blumen und Spitzen.
Crispine von schwarzem Sammt, mit Hermelin besetzt. Kleid von faconnirtem lila Stoff, mit Fransen besetzt. Hut von Atlas mit Blonden und Blumen.
Mantel nach neuester Art von Seidenstoff und Spitzen. Hut von schwarzem Sammt mit Spitzen und Federn.
Bournouße nach neuesten Formen mit Fransen. Weißer Stoffhut mit Schleier und Feder. Hut von gelbem Gros grain mit Schleier und Rosenguirlande.
25 Dezember 2021
1830er Cape aus grünem Wollstoff
Der Rücken wird mit Hilfe eines Taillenbandes, das auf der Innenseite des Capes angenäht ist, in Form gebracht.
Am Hals wird das Cape in der vorderen Mitte mit einem Haken und einer Öse geschlossen.
Das Vorderteil endet unten in einer runden, geschwungenen Form.
Der Saum hat eine Bogenkante bekommen, die Kante selber wurde mit einem Schrägstreifen aus hellgrüner Seide eingefaßt. Darüber befindet sich ein weiteres Seidenband, das parallel zum Saum aufgesetzt ist.
Die bogig verlaufende Saumkante des Kragens ist ebenfalls mit einem Schrägstreifen eingefaßt.
01 April 2021
Biedermeier 1840er: Grüner Seidenmantel
Der optische Ärmel ist unter den Rüschen geöffnet und nur am unteren Ende mit einem Handstich zusammengepunktet. Auch habe ich den Ärmel in meiner Version verlängert, so daß er bis zum Handgelenk reicht.
Die Rüschen sind von Hand gesäumt und mit kleinem Köpfchen aufgesetzt. Die Nahtlinie wurde mit einem Stielstich verziert.
20 Februar 2021
Dunkelblauer Spenzer aus der Empirezeit
Für den Empire-Spaziergang bei gemäßigten Temperaturen kann man gut ein Jäckchen zum Überziehen gebrauchen. Dieser schlichte Spenzer ist aus einem dunkelblauen Wollstoff gefertigt und mit Pongéseide abgefüttert.
In der vordern Mitte verschieße ich ihn mit Haken und Ösen. Die Knöpfe sind nur zur Dekoration aufgesetzt.
Ein kleiner Kragen und die Ärmelaufschläge sind weitere Hinkucker.
01 September 2020
Roséfarbenes Cape im Stile der 1830er
In der vorderen Mitte wird das Cape mit Schleifenbändern geschlossen.
Eine cremefarbene Klöppelspitze bedeckt den Ansatz der Saumeinfassung.
















