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15 Juni 2024

1820er-Samthut mit geschwungener Krempe

In dem Buch "Vintage Hats & Bonnets" von Susan Langley befinden sich Fotos von diesem interessanten Hutmodell aus der Zeit von 1815 - 1825. Der Originalhut ist aus dunkelblauem Samt gearbeitet und besitzt eine zartblaue Federdekoration.


Dieser Hut ist federleicht, da er nur aus einem mit Stoff bespannten Drahtgestell besteht. Von außen ist er mit schwarzem Seidensamt bezogen, die Krempe wurde innen mit einem cremefarbenen Seidencrepe besetzt. Unter dem Kinn wird der Hut mit einem schmalen Samtband gehalten.


Der Ansatz der einseitig aufgesetzen Federdekoration ist mit einer Schleife und einer Perlenrosette verdeckt.


Entlang der Krempenaußenkante wurde eine schmale Rüsche aus schwarzem Seidensamt angesetzt. 


25 März 2023

1650er: Zwei Hauben aus Leinen

Als Vorbild für diese beiden Kopfbedeckungen diente ein Baby-Häubchen aus den 1650ern, zu sehen in "Patterns of Fashion 4" von Janet Arnold. Aber ich fand, daß eine Haube dieser Art auch bei einem erwachsenen Menschen gut ausschauen könnte. Also machte ich mich an die Arbeit und probierte verschiedene Größen aus Papier aus bis ich zufrieden war.

Meine beiden Hauben sind aus dem Rest eines alten Leinenbettlakens genäht und die eine hat eine Dekoration aus Klöppelspitze bekommen - meine Sonntagshaube sozusagen. 😊 Ich wußte nicht so ganz, wie ich mit den freihängenden Enden umgehen sollte, und so habe ich sie mit Nadeln nach oben gesteckt, was bei einem Baby wohl weniger empfehlenswert wäre.

Inzwischen habe ich sie schon einige Male getragen und fühle mich sehr wohl damit. 



05 November 2022

1840er Biedermeier-Schute in Dunkelgrün

 - Werbung, da Nennung des Schnittmusters -

Diese Art Hut kann man aus zwei Schnittmusterteilen erstellen. Na ja, dachte ich mir, das dürfte ja nicht allzu schwer sein. In einem Buch hatte ich ein Schnittmusterschema entdeckt, an das wollte ich mich so Pi mal Daumen halten. Mit ein bißchen Trial & Error würde das schon gehen. Zuversichtlich und hochmotiviert packte ich Bleistift und Zeitungspapier und legte los. Ich probierte hin und probierte her, aber zu meinem Ärger funktionierte es nicht. Das Ergebnis war einfach nicht so, wie es sein sollte. Und das bei nur zwei dusseligen Teilen, unglaublich! Letztendlich kapitulierte ich und bestellte mir das Schnittmuster "1840s-1850s Bonnet" von Lynn McMasters. Welch Wohltat! Einfach abzeichnen und loslegen. Schön!





Entstanden ist ein relativ schlicht dekoriertes Model, mit dem ich aber sehr zufrieden bin. Die verwendeten Stoffe sind ein leicher grüner Wollköper für außen, ein Baumwollbatist für innen und ein durch Zufall entdecktes, farblich passendes Viskoseband.

Ein Tipp, falls von Euch mal jemand einen Hut fotografieren möchte: Ein umgedrehtes Weizenbierglas leistet gute Dienste als Hutständer ;-) .

25 Juni 2022

Musselin-Häubchen aus den 1820ern

Und wieder mußte ein Vorbild aus "Costume in Detail" von Nancy Bradfield herhalten. Es handelt sich um ein Häubchen aus der Zeit von 1820 - 1830. Das Original ist aus Tüll gefertigt und mit einer Rüsche aus Tüllspitze entlang der Außenkante dekoriert.



Mein Häubchen ist aus cremefarbenem Baumwoll-Musselin genäht. Das eingekräuselte Kopfteil habe ich zusätzlich mit einer Lage Seidenorganza unterlegt, damit es etwas mehr Stand bekommt. Die Tüllspitze mußte ich aus mehreren Reststückchen zusammensetzen, aber sie hat für die Außenkante gereicht. 😊

05 April 2022

1840er Schute in beige

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Diese Schute sollte für das ausgehende Biedermeier tragbar sein, etwa Ende der 1840er Jahre. Um ihn flexibel für verschiedene Kleider einsetzen zu können, hatte ich mich dazu entschieden, den Hut in farblich neutral zu gestalten. So bleibt er zu vielen anderen Farben gut kombinierbar.

Schnittmuster: "1840s-1850s Bonnet" von Lynn McMasters

Dekoriert wurde die Kopfbedeckung mit einem Moirée-Band und nicht zu dominanten Federn. Die Federn sind nur eingesteckt, so dass man sie bei Bedarf problemlos entfernen und - für den Fall, dass der Hut zu einem Sommerkleid getragen wird - durch Blümchen ersetzen könnte.

Ich bin sehr zufrieden damit, wie alles geworden ist. Allerdings habe ich bei der Herstellung etwas übersehen: Die Farbe ist zwar toll und flexibel kombinierbar, aber sie steht mir nicht. Einmal habe ich den Hut bislang getragen und ich sah sehr, sehr blass aus... Zumindest kam ich mir so vor. Das ist sehr schade, denn eigentlich gefällt mir die Schute gut. Nun ja, sie wird irgendwann noch eine neue Chance erhalten.



15 Januar 2022

Empire-Hut aus violettem Samt

- Werbung, da Nennung des Schnittmusters -

Passend zur Jahreszeit zeige ich Euch heute meinen Winterhut, der sich ins späte Empire bis ins frühe Biedermeier tragen lässt. Grundlage war das Schnittmuster "Regency Hard Crown Bonnet Pattern" von LynnMcMasters.





Während das Futter der Krone aus Leinen besteht, habe ich die Krempe mit Seide gefüttert. Diese wurde vernäht, bevor der Oberstoff samt Paspel an der Krempe befestigt wurde.


Der Stoff, mit dem ich den Samt kombinierte, ist ein hübscher Bamwollsatin, wobei die Verwendung von Seide natürlich das i-Tüpfelchen gewesen wäre. Aber im Leben ist ja selten etwas perfekt und so hat mich die Farbharmonie der beiden Oberstoffe schnell über diesen kleinen Makel hinweggetröstet. Ich mag den Hut so wie er ist sehr gerne :-) . Trotz dem ich ihn bereits vor Jahren nähte, hat sich bislang jedoch noch nie die Gelegenheit ergeben, ihn auszuführen. Schade eigentlich...


25 September 2021

Leinenhäubchen aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts

Bei der Herstellung dieser Haube wurden Reste verwertet. Als Vorbild diente die Abbildung einer Kinderhaube aus Leinen, welche in dem Buch "What Clothes Reveal" von Linda Baumgarten zu sehen ist. Da die Haube einer Erwachsenenhaube nachempfunden ist, habe ich mich entschieden, sie zu nähen.


Die Haube ist aus Leinenbatist gearbeitet, das hintere Kopfteil wurde seitlich glatt und oben eingekräuselt angesetzt. Im Nacken befindet sich ein schmaler Tunnel mit Zugschnur, um einen guten Halt auf dem Kopf zu gewährleisten.


Um die vordere Kante herum habe ich den Rest einer alten Tüllspitze genäht. Sie wurde beim Ansetzen in den Rundungen leicht gekräuselt, damit sie schöner fällt.


01 August 2021

Empire: Seaside Bonnet in Grün

Dieser Hut entstand nach einem gekauften Schnittmuster ("Early 19th C. Seaside Bonnet" von Lynn McMasters). Normalerweise entwickle ich meine Schnitte selber, aber dieser gefiel mir gut und so habe ich mir die Arbeit erspart. Ich habe meinem Forscherdrang nachgegeben und mich für die Doppelkrempe entschieden.


Die Grundform ist aus Steifleinen gearbeitet und außen wie innen mit grüner Seide bezogen. Die untere Krempe und die Hutkrone wurden mit einem cremefarbenen Band aus Seidenorganza garniert. Auf der einen Seite sitzt eine Dekoration aus weißen Federn, deren Ansatz mit einer Rosette geschmückt ist.


Die breiten Schleifenbänder sind aus Seide zugeschnitten und von Hand gesäumt. Die Rosette ist ebenfalls selbst hergestellt: Ein Schrägstreifen aus grüner Seide und ein mit Seide bezogener Knopf umrahmen den in Zacken gelegten Seidenorganza.

10 Juli 2021

Tutorial: Badekappe aus dem Jahr 1888

Um die coiffierte Haarpracht beim fröhlichen Planschen vor dem kühlen Nass zu schützen, bediente sich die Dame der Badekappe. Sinnvollerweise wird bei der Herstellung derselben ein wasserabweisendes Material verarbeitet, nämlich gewachstes Leinen.

 
Diese Badekappe entstand anhand der Vorgaben aus "Der Bazar" - also der deutschen Ausgabe der "La Mode Illustrée" - aus dem Jahr 1888.

  "Zur Herstellung der Badekappe schneidet man aus Wachsleinen nach Fig. 65 und 66 je einen Teil der Mitte entlang im ganzen, stattet den vorderen Teil mit Reihen von 3/4 Cent. breiter roter Wollenborte aus und faßt ihn ringsum mit 1 Cent. breiter gleicher Borte ein, wobei längs des hinteren Randes ein dünner Rohrstab mit zu befestigen ist. Den hinteren Teil schlägt man unten in Zacken aus, steppt ihm am vorderen Rande, nachdem die vorgezeichneten Falten ausgeführt sind, 3/4 Cent. breite, sowie längs der Linie für einen Zug 1 1/4 Cent. breite Wollenborte auf und leitet durch letzteren schmales Wollenband, dessen Enden zusammengebunden werden. Der hintere Teil wird alsdann von 65 bis 66 dem vorderen Teil aufgenäht und die Badekappe in ersichtlicher Weise mit einer Rosette von 3 Cent. breiter Wollenborte garniert." 

Alles klar? Keine Sorge - wir werden etwas ausführlicher. 😉 Los geht´s!

 

Schnittmuster

Klicke hier für Schnittmuster Teil 1 und Teil 2 und drucke dir die beiden Seiten aus. Achte darauf, dass du beim Drucken die tatsächliche Größe druckst und vergleiche die Maße am Kontroll-Quadrat. Danach schneide die Schnittmusterteile aus und klebe die Schnittmusterteile B1 und B2 an der markierten Stelle aneinander. 

 

Material

Für die Herstellung der Badekappe werden benötigt:

  • weißes Wachsleinen 50 x 40 cm  Klick -> Wie wachse ich das Leinen?
  • rotes Nähgarn
  • rotes Nahtband - 5m lang, 1 cm breit
  • schmales Band oder dünne Kordel zum Binden - ca. 80 cm
  • Peddigrohr - 40 cm

Zur Info: Meine Version weicht beim Material insofern vom Original ab, als dass ich keine unterschiedlich breiten Wollborten benutzte, sondern einheitlich mit einem Baumwoll-Nahtband von 1cm Breite arbeitete. 

 

Anleitung

1. Schneide aus dem Leinen die beiden Schnittmusterteile im Bruch zu (keine Nahtzugabe nötig) und zeichne die Markierungen für die Falten und den Tunnel auf. Tipp: Dies geht besser, wenn das Leinen noch unbehandelt ist und das Wachsen desselben erst nach dem Zuschnitt vorgenommen wird.

Wir fertigen zunächst den vorderen Teil der Kappe, und arbeiten mit dem kleineren Schnittmusterteil A.

2. Fasse zunächst die untere Kante des vorderen Teils - also die gerade Seite - mit dem Nahtband ein. Ich nähe hierbei die Borte zunächst auf meiner gewählten Vorderseite so an, dass die Mitte der Borte genau auf die Kante des Stoffes trifft. Danach klappe ich die Borte um die Kante und nähe die Borte auf der linken Seite von Hand an, so dass die Naht von der rechten Seite nicht sichtbar ist. (Beim Bild sind die unter dem folgenden Punkt 3 genannten Reihen schon aufgenäht - bitte nicht irritieren lassen)

3. Dann wird reihenweise das Nahtband auf das vordere Teil genäht, bis dieses bedeckt ist. Der Abstand zwischen den Reihen ist Geschmackssache - wähle die Breite einfach so, wie sie dir gefällt. Schneide alle überstehenden Bandenden zurück, so dass nichts über den Stoff raus steht.

4. Jetzt wird der obere Rand eingefasst. Gehe hier zunächst vor wie beim unteren Rand und nähe das Nahtband auf der Vorderseite fest. 


5. Klappe nun ein Bandende (die schmale Seite des Bandes) nach innen, bevor du es mit der langen Seite über die Stoffkante klappst. 

 

6. Nähe das Band mit einigen Stichen fest, bevor Du das Peddigrohr einschiebst und nachfolgend mit einnähst. Kürze das Peddigrohr, wenn es zu lang ist. Kurz vor Ende klappst du wieder den überstehenden Teil des Bandes nach innen und nähst dann das Band fertig an. 


 

Das vordere Teil ist nun fertig:


 

Nun kommt der hintere Teil der Kappe dran, das größere Schnittmusterteil B.

7. Schneide zunächst den unteren, geraden Rand mit einer Zackenschere oder mit einem Rollschneider mit Zackenaufsatz nach. 

8. Lege am oberen Rand anhand der aufgezeichneten Markierungen die Falten. Das kann etwas mühsam sein, da der Stoff durch die Wachsbehandlung recht störrisch sein kann. Befestige die Falten nah am Rand mit Stecknadeln und setze diese nicht zu weit innerhalb des Stoffes an - die entstehenden Löcher würden im Wachsleinen sichtbar bleiben! (Ich habe zunächst versucht, die Falten mit Klammern zu fixieren um auf die Stecknadeln zu verzichten, beim Nähen erwies sich dies jedoch als wenig hilfreich, weshalb ich letztlich doch bei den Stecknadeln gelandet bin.)

 9. Nähe ausgehend von einer Tunnelmarkierung bis zur selben Markierung an der anderen Seite entlang der oberen Außenkante das Nahtband an (diesmal nicht einfassen, nur annähen) und nähe die Falten hierbei fest. 

10. Nähe nun Nahtband für den Tunnel auf der rechten Seite der Kappe entlang der entsprechenden Markierung an. Ziehe das Bindeband durch den Tunnel. Eine Häkelnadel (am besten eine lange tunesische) kann hierbei hilfreiche Dienste leisten. Mach dir  keine Sorgen, wenn der Stoff Knickspuren bekommt - das wird bei Gebrauch ohnehin geschehen und war früher nicht anders. (Ich habe hier noch die Ecken mit dem Rollschneider abgerundet, weil ich dachte, es sieht besser aus. Wie sich herausstellte, war dies aber überflüssig.)


Das hintere Teil ist nun ebenfalls fertig:


 11. Nun werden die beiden Teile verbunden. Von der vorderen Mitte ausgehend habe ich beide Teile aufeinander gesteckt und von links mit einem Überwendlingstich an den roten Bändern aneinander festgenäht.  

 

12. Wende die Kappe und drücke den Stoff zurecht. Zum Schluss stellst du aus dem restlichen Nahtband eine Schleife oder Rosette her und befestigst sie an der Kappe. Fertig.😊


 

25 Juni 2021

Ein Hütchen für die elegante Dame um 1880

Dieses Hutmodell ist nach einem Original von ca. 1880 gefertigt, welches im  Los Angeles County Museum of Art aufbewahrt wird. Das Original ist aus Baumwollspitze gearbeitet und mit Seidensamtbändern dekoriert. Außerdem wurden Straußenfedern, Pailletten und Kunstblumen verwendet.
 
 
 
Die Grundform meiner Variante ist aus Hutdraht modelliert und mit schwarzer und cremefarbener Tüllspitze bezogen. Auf der Innenseite der Krempe umrahmen kleine Stoffblumen das Gesicht der Trägerin. Ein Federpuschel thront außen auf der Krempe.

 
Das Hütchen ist mit einem schwarzen Samtband dekoriert, welches seitlich in Schlaufen gelegt ist. Die Schlaufen werden mit einem Schmuckknopf zusammengehalten. Zwei weitere schwarze Samtbänder sind im Nackenbereich des Hutes angesetzt und werden unter dem Kinn zu einer kleinen Schleife gebunden.
 
  
 

 

 

15 Mai 2021

Rosafarbener Empirehut um 1815

Für dieses Hutmodell stand ein Original von ca. 1815 aus dem Metropolitan Museum of Art Pate.
Der Hut ist aus rosafarbener Seide gefertigt. Das Kopfteil wurde mit Tüll unterlegt, seitlich in große Falten gelegt und mit Handstichen punktuell gebändigt.


Die Krempe ist mit einem Köper versteift. Beidseitig werden die Faltenansätze des Kopfteils mit Rosetten und einer Schleife  aus Seide dekoriert. Zusätzlich kam eine cremefarbene Häkelspitze zum Einsatz, die sich auch auf der Innen- und Außenseite der Krempe wiederfindet.


 Der Hut läßt sich auch gut mit heruntergeschlagener Krempe tragen.


20 März 2021

1840er Schute aus grüner Seide


Diese Schute wurde zur Abwechslung einmal nicht einem Original nachempfunden, sondern von dem Film "Unter the Greenwood Tree" abgeschaut. Die Grundform dieser Schute ist aus einer leichten Schabrackeneinlage gearbeitet. Sie wurde mit grüner Seide bespannt und der Filmvorlage entsprechend dekoriert.

 
Ein Tüllspitzenrest, mit schwarzem Tee abgetönt, schmückt die Innenseite, während auf der Außenseite Rüschen aus der Seide aufgesetzt sind. Hier wurden die Nahtlinien mit einer Stickerei im Stielstich kaschiert. 


 Die frei hängenden "Nackenrüschen" wurden mit Hilfe einer Paspelschnur eingekräuselt, der Paspel dient gleichzeitig als Schmuckelement.


Die Bindebänder sind ebenfalls aus der Seide hergestellt und am Ansatzpunkt in Schlaufen gelegt. Der Ansatzpunkt selbst ist mit einer Rosette abgedeckt.





01 März 2021

1888 - Hutmode im Frühjahr

Es ist März und somit Zeit, sich um eine geeignete Hutmode für die kommenden Monate zu kümmern. Während im Winter Filz, Pelz, Plüsch und Samt die Wahl für die Kopfbedeckung sind, trägt man im Sommerhalbjahr gerne leichteres Material. 

Oft und gerne ist Stroh die Grundlage - aber nicht ausschließlich. Unsere Ahninnen konnten sich die Rohlinge in großer Auswahl nach der neusten Mode kaufen und nach Wunsch selbst dekorieren. "La Mode Illustrée" zeigt uns Beispiele für solche Hutrohlinge, die geeignet sind, um modisch für das Jahr 1888 herausgeputzt zu werden:



Für uns ist es natürlich besonders interessant, die Hüte in ihrer Grundform zu sehen, welche - einmal mit Garnitur bedeckt - auf Abbildungen manchmal nicht ohne Weiteres zu erkennen ist. Wir sehen weiter, was im Frühling 1888 an Hutmode angesagt war - diesmal mit Garnitur und Putz und mit einer Grundlage aus unterschiedlichen Materialien gefertigt:


Bei diesem Hütchen soll die Grundlage aus Crin, also einem festen Gewebe 
aus Pferdehaar, gefertigt sein.

Im Gegensatz zu den oft streng anmutenden Kleidern dieser Zeit der 2. Tournürenmode, 
geht es beim Kopfputz mitunter durchaus fantasievoll zu.


 Der Trend geht zu Hüten, welche vorne in die Höhe streben und so 
die durch die Kleidung bereits angestrebte vertikale Linie ergänzen. 

Hier das Beispiel eines Hutes, der aus Tüll gefertigt wird.Für solche Hüte kann ein Drahtgestell die erforderliche Grundlage bilden. 



 Aus Stroh und Spitze gefertigter Hut.